Letternleuchten | Text & PR | Berlin | Website der PR-Beraterin und Redakteurin Dr. Ilona Schäkel, Letternleuchten Text | PR, Berlin



Notizen Kategoriearchiv - In eigener Sache

Magazin zur Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“

Druckfrisch auf dem Tisch – das neue Magazin zur Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ im Innenhof der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Ich bin froh und stolz, dass ich daran mitwirken durfte, als Redaktionsleiterin und Autorin einiger Beiträge.

Das Magazin enthält acht berührende Doppelinterviews, in denen sich Zeitzeugen über ihre persönlichen Erinnerungen an die Friedliche Revolution austauschen und damit die Geschichte der Ausstellung weitererzählen.

Neben atmosphärischen Fotos vom Aufbau und Betrieb der Ausstellung sind außerdem historische Bilder zu sehen, die die Geschichte des Ortes dokumentieren. Was passierte hinter den geschlossenen Stahltoren im Innern der Stasi-Zentrale? Wie kam es 1990 zur Stürmung des riesigen Gebäudekomplexes? Und was hat das mit der Öffnung der Stasi-Akten zu tun?

Ausstellung „Revolution und Mauerfall“

Das Magazin lag mir besonders am Herzen, weil ich 2015/2016 gemeinsam mit den Kuratoren Tom Sello und Stefanie Wahl am Wiederaufbau der Ausstellung, die 2009 zunächst als temporäre Schau auf dem Alex stand, beteiligt war. Im Auftrag der Robert-Havemann-Gesellschaft habe ich damals die Entwicklung der digitale Angebote, das Marketing und die Kommunikation verantwortet.

Wer die Ausstellung bisher nicht gesehen hat: Ein Besuch lohnt sich und ist rund um die Uhr kostenlos möglich. Sogar bei Nacht – da sind die Tafeln spektakulär beleuchtet.

Das Magazin gibt es im Online-Shop der Robert-Havemann-Gesellschaft oder am Infopoint in der Ausstellung.

 

Warum ich keine Probetexte schreibe

Würden Sie einen Grafiker um ein Gratislogo bitten, bevor Sie ihn beauftragen? Oder eine Fotografin um eine kostenlose Fotosession? Vermutlich nicht. Vom Friseur will ich gar nicht anfangen. Warum für Texter andere Regeln gelten sollten, habe ich nie verstanden. Deshalb schreibe ich grundsätzlich keine Probetexte.

Die Katze im Sack
„Aber ich kaufe doch nicht die Katze im Sack!“, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Nein, das müssen Sie zum Glück auch nicht. Denn in Zeiten des Internets hat jede Texterin und jeder Texter eine Website. Darauf sind nicht nur Texte, sondern in aller Regel auch Referenzprojekte und Arbeitsproben zu finden, oft sogar ein Blog.

Geht es um längere Printtexte, wird Ihnen jeder Profi eine Auswahl von Arbeitsproben zusammenstellen. Damit können Sie sich schon einen guten Eindruck verschaffen, ob Ihnen der Stil des Texters gefällt. Viele Kollegen bieten, wie ich auch, ein persönliches Vorgespräch an. Dabei können Sie ausloten, wie er oder sie an die Sache herangeht. Spätestens jetzt ist die Katze aus dem Sack.

Kreatives Handwerk
Textarbeit ist kreatives Handwerk. Und Texte entstehen nicht aus der Hüfte. Bevor ich auch nur eine einzige Zeile schreibe, lasse ich mich briefen, arbeite mich in ein Thema ein, erstelle ein Textkonzept, recherchiere vielleicht sogar suchmaschinentaugliche Keywords. Dann beginnt der kreative Schreibprozess. All diese Schritte gehören zum Texten – zu der Dienstleistung, für die Texter bezahlt werden. Wenn Kunden es selbstverständlich finden, dass diese Dienstleistung als Entscheidungshilfe vorab kostenlos erbracht wird, blutet das Texterherz.

Aber auch für Sie als Kunde sind Probetexte letztlich kein Gewinn. Denn jeder Texter, der seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben verdient, müsste die Gratisarbeit in seine Stundensätze einkalkulieren. Mein Tipp: Vereinbaren Sie einen überschaubaren Erstauftrag und prüfen Sie, ob Ihnen das Ergebnis gefällt. Die meisten Texter werden sich darauf einlassen.

 

Neuerscheinung: Literatur ohne Land? Schreibstrategien einer DDR-Literatur im vereinten Deutschland

CoverWie veränderten sich die Poetiken von Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus der DDR nach dem Zerfall des Landes? Dieser Frage geht auch der zweite Band von „Literatur ohne Land?“ nach. In 20 Aufsätzen werden Texte von 27 Autoren auf ihre Ästhetiken vor und nach 1989 untersucht. Die Bandbreite literarischer Reaktionen auf den Umbruch reicht, so zeigt sich, von Schreibkrise und Verstummen über Genrewechsel bis hin zu unverändertem Weiterschreiben.

Ich durfte einen kleinen Beitrag zu diesem Buch beisteuern: Mein Aufsatz trägt den Titel „‘Der Kampf geht weiter‘. Eine Poetik der Renitenz“ und befasst sich mit der Lyrik des Prenzlauer-Berg-Autors Bert Papenfuß-Gorek nach 1989. Es ist eine Weile her, dass ich mich wissenschaftlich mit Literatur beschäftigt habe. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass mich die beiden Herausgeberinnen Janine Ludwig und Mirjam Meuser für eine Mitarbeit angefragt haben. Danke dafür!

Am kommenden Montag wird der Band im Literaturforum im Brecht-Haus vorgestellt. Wer Lust hat zu dabei zu sein, ist herzlich eingeladen zum:

MÜLLERMONTAG XIX: Literatur ohne Land? Schreibstrategien einer DDR-Literatur im vereinten Deutschland. Band II

Mo. 24.11.2014 / 20:00 Uhr
Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt im Gespräch mit den Herausgeberinnen Janine Ludwig und Mirjam Meuser
Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin

Eine Veranstaltung der Internationalen Heiner-Müller-Gesellschaft, in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus

 

100 Mauergeschichten – Erinnerungen an das geteilte Berlin

25 Jahre Mauerfall

100 MauergeschichtenIm Frühjahr 1989 besaß ich gerade seit ein paar Monaten den Führerschein und hatte mir in den Kopf gesetzt, gute Freunde in West-Berlin mit dem Auto zu besuchen. Aufgewachsen in der westdeutschen Provinz, ohne Ostverwandtschaft, war die DDR für mich ein denkbar fernes Land. Ich wusste nicht viel über das Leben hinter Stacheldraht und Beton. Aus der Entfernung schien mir das System jenseits der Mauer sogar als Projektionsfläche für linke Utopien zu taugen.

Im grellen Flutlicht an der Grenzübergangsstelle Helmstedt-Marienborn sah die Sache plötzlich anders aus. In Befehlston ausgespuckte Fragen, bohrende Blicke von Grenzern, die mir das beklemmende Gefühl gaben, in meinem Gesicht etwas lesen zu können, was mir selbst verborgen war. Ich fühlte mich schuldig und überlegte fieberhaft, gegen welches Gesetz ich verstoßen hatte.

Die militärischen Gesten der Passkontrolleure kamen mir übertrieben vor und entfalteten gleichzeitig ihre Macht. Angst kroch die Wirbelsäule hinauf und verbiss sich im Nacken. Dort hockte sie während der knapp 170 Kilometer langen Fahrt auf der Transitautobahn, bis wir hinter dem Kontrollpunkt Dreilinden endlich West-Berlin entgegenfuhren.

Geschichten von Menschen aus Ost und West

Diese Episode ging mir durch den Kopf, als mich die Robert-Havemann-Gesellschaft im März dieses Jahres fragte, ob ich die Recherchen für eine Ausstellung mit 100 Mauergeschichten übernehmen möchte. Inzwischen hatte ich mich mein halbes Leben mit DDR-Literatur, Diktaturgeschichte und Aufarbeitung befasst. Die Ausstellung sollte die Balloninstallation Lichtgrenze begleiten, die anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls ein Teilstück des innerstädtischen Grenzverlaufs für kurze Zeit wieder sichtbar machen würde.

Sieben Monate tauchte ich in die Geschichte der ehemals geteilten Stadt ein, die ich aus eigener Anschauung erst seit den späten 1980er Jahren kannte. Ich recherchierte Erinnerungen von Menschen östlich und westlich der Mauer − dramatische, traurige, mutige und kuriose Begebenheiten, die sich entlang der Grenze ereignet hatten. In einem vierköpfigen Autorinnenteam schrieben wir kurze Geschichten, die erzählen, wie die Mauer den Alltag der Menschen in Berlin 28 Jahre lang prägte.

Ausstellungspulte entlang der Lichtgrenze

Das Projekt war ein Kraftakt, aber ein ungeheuer aufregender und anregender. Zwischen dem 7. und dem 9. November 2014 war zwischen Bornholmer Straße und Oberbaumbrücke alle 150 Meter eine dieser Mauergeschichte zu lesen, jeweils an dem Ort, wo sie sich abgespielt hatte. Mich hat beeindruckt und gefreut zu sehen, wie Besucher aus der ganzen Welt dieses Angebot annahmen, an der Strecke diskutierten, sich erinnerten und ihre eigenen Geschichten erzählten.

Ein halbes Jahr nach meiner Autofahrt über die Transitstrecke brachten Ostdeutsche die Berliner Mauer zu Fall; ich selbst habe den 9. November 1989 nur im Fernsehen erlebt. Am vergangenen Wochenende, 25 Jahre später, war bei vielen Menschen die Freude über den Mauerfall wieder zu spüren. Längst nicht überall auf der Welt herrscht Freiheit, es sind noch viele Mauern einzureißen. Aber der Herbst 1989 hat gezeigt, dass es sich lohnt, friedlich für Veränderung zu streiten.

Ausgewählte Mauergeschichten sind übrigens in der gleichnamigen Begleitbroschüre mit dem Untertitel „Erinnerungen und Botschaften zum 25. Jahrestag des Mauerfalls“ nachzulesen, ergänzt durch Fotos von der Lichtgrenze, Zeitzeugenportraits und Ballonbotschaften. Auf der Seite fallofthewall25.com werden rund 50 Geschichten präsentiert.

 

Letternleuchten hat im Auftrag der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. die Ausstellung „Hundert Mauergeschichten – Hundert Mal Berlin“ entlang der Lichtgrenze konzeptionell, redaktionell und organisatorisch betreut und gehörte zum Autoren- und Presseteam des Vereins. Die Robert-Havemann-Gesellschaft war Partner bei der Jubiläumsfeier des Landes Berlin zu 25 Jahre Mauerfall 2014.

 

Neues Blog: Kleine Fluchten Berlin

Screenshot Kleine Fluchten BerlinMenschen träumen ja bekanntlich meist von Dingen, die gerade nicht zu haben sind. Städter sehnen sich aufs Land und Webworker nach internetfreier Zeit. Für mich gilt beides. Deshalb flüchte ich so oft wie möglich aus meinem Berliner Büro ins Grüne – und wenn es nur für ein paar Stunden ist.

Grüne Auszeiten unter freiem Himmel

Aus meiner Leidenschaft habe ich ein neues digitales Lieblingsprojekt gemacht: Kleine Fluchten Berlin ist mein Passion-Blog über kleine Fluchten in grüne Oasen, über Ausflüge in die Stadtnatur, Outdoor-Kurztrips und kulinarische Genüsse unter freiem Himmel. In Berlin und um Berlin herum. Lesende Fluchtbegleiter sind willkommen.

www.kleine-fluchten-berlin.de

 

Ein Jahr Letternleuchten-Blog – was hat’s gebracht?

Das Letternleuchten-Blog feiert GeburtstagVor einem Jahr ist Letternleuchten Text | PR umgezogen. Nicht in ein neues Büro, sondern auf ein neues System. Meine alte statische Website wurde von einer WordPress-Installation abgelöst, gleichzeitig habe ich dieses Blog gestartet, das Letternleuchten-Blog.

Ein Jahr Bloggen in eigener Sache – was hat’s gebracht?

Zeit für einen Rückblick. Wie haben sich die Änderungen auf meine Online-Präsenz ausgewirkt? Hat der Umzug neue Gäste ins Haus gelockt? Ist meine Website heute leichter zu finden? Pauschal gesagt, ja. Wenn ich mir die Statistik ansehe, hat sich die Anzahl der Leser auf meiner Website seit Mai 2012 grob überschlagen verfünffacht. Die Besucher bleiben länger und lesen mehr.

Und das, obwohl ich mich für einen gewagt niedrigen Veröffentlichungsrhythmus von zwei bis drei Posts pro Monat entschieden habe. Mir war von Anfang an wichtig, dass ich das Bloggen auch durchhalten kann, wenn es viel zu tun gibt. Neben den reinen Zahlen beobachte ich aber auch andere positive Effekte:

1)      Kunden im Web gezielter ansprechen

Früher kamen fast alle Kontakte zu neuen Kunden über persönliche Empfehlungen zustande. Meine Website riefen potentielle Auftraggeber in der Regel erst auf, wenn sie schon auf anderem Wege von mit gehört hatten. Heute werden Kunden auch über Blogartikel oder meine Social-Media-Profile auf letternleuchten.de aufmerksam. So kann ich mich mit meinen Themen besser positionieren und erreiche meine Kunden gezielter.

2)       Technisches Wissen erweitern

In den letzten Monaten habe ich viel über das Innenleben von Blogs gelernt. Ich bin regelrecht in das Backend von WordPress „hineingekrochen“ und habe dabei sogar eine Leidenschaft für HTML, CSS und Suchmaschinenoptimierung entdeckt. Heute kann ich mein Redaktionssystem nicht nur bespielen, sondern auch gestalten, die passenden Plug-ins finden, Widgets installieren und kleinere technische Probleme selbst lösen. Dieses Wissen fließt natürlich in die Beratung ein.

3)      Als Person erkennbar werden

Zwar hinterlassen nur wenige Leser einen Kommentar, aber in Gesprächen mit neuen Kunden merke ich immer wieder, dass sie den einen oder anderen Artikel gelesen haben, bevor sie zum Telefonhörer greifen. Und das ist vielleicht der wichtigste Punkt: Mit meinem Blog gebe ich potentiellen Auftraggebern die Möglichkeit, sich einen Eindruck von mir und meiner Arbeit zu verschaffen. Mag sein, dass nicht jedem gefällt, was er liest. Damit muss ich rechnen. Aber für die spätere Zusammenarbeit ist Transparenz nun mal die beste Basis.

Blogs sind Arbeit, die sich lohnt

Meine Jahresbilanz fällt also positiv aus. Stimmt, ein Blog zu betreiben, ist Arbeit. Selbst wenn man wie ich vergleichsweise selten bloggt, fließt eine Menge Zeit in Recherche, Redaktion, Monitoring und Administration. Aber mit sorgfältiger Planung und ein bisschen Routine lässt sich der Aufwand in den Griff bekommen. Es lohnt sich. Wenn Sie Unterstützung bei der Einführung oder der Redaktion Ihres Blogs brauchen, helfe ich Ihnen gerne weiter.