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Notizen Kategoriearchiv - Schreiben

Leichte Sprache – keine einfache Sache

Logo für Leichte SpracheOb im Netz, im Museum oder auf dem Büchertisch, Texte in Leichter Sprache begegnen mir in letzter Zeit immer häufiger. Als Texterin wollte ich wissen, wie Leichte Sprache funktioniert. Anja Dworski vom Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Sachsen ist Expertin auf diesem Gebiet. In ihren Schulungen lernen Übersetzer, Autoren und Online-Redakteure, Standarddeutsch in Leichte Sprache zu übertragen. Ich habe an einem ihrer Seminare teilgenommen.

Große Lettern, kurze Sätze, viele Bindestriche – die wichtigsten Merkmale für Leichte Sprache finden bequem auf einem Flipchart Platz. Auch wer tiefer einsteigen will, muss sich nicht mehr als 40 Regeln merken, um die Grundlagen zu beherrschen. Trotzdem gehört Leichte Sprache zu den einfachen Dingen, die überraschend schwer umzusetzen sind.

Was ist Leichte Sprache?

Mit Leichter Sprache ist eine Form der schriftlichen und mündlichen Kommunikation gemeint, die zusammen mit Menschen entwickelt wurde, die Lernschwierigkeiten haben. Oder anders ausgedrückt, mit Menschen, die „geistig behindert“* sind. Leichte Sprache soll ihnen helfen, an der Informationsgesellschaft teilzuhaben. Aber nicht nur diese spezielle Gruppe profitiert davon, auch funktionale Analphabeten, Gehörlose, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, ältere Leute oder an Demenz Erkrankte können Texte in Leichter Sprache besser verstehen.

Ganz wichtig: Leichte Sprache ist keine Kindersprache. Sie richtet sich in erster Linie an Erwachsene, auch wenn sie in ihrer einfachen Struktur mitunter an kindliche Sprache erinnert.

Leichte Sprache ist nicht gleich einfache Sprache

Oft werden die Begriffe einfache Sprache und Leichte Sprache synonym verwendet – tatsächlich gibt es einige Unterschiede: Einfache Sprache richtet sich an Menschen, denen das Lesen und Schreiben aus unterschiedlichen Gründen schwerfällt. Für einfache Sprache gibt es kein festes Regelwerk, in der Praxis ist sie meist komplizierter als Leichte Sprache. Und anders als Leichte Sprache wird einfache Sprache in der Regel nicht von den Adressaten geprüft.

Von der Zielgruppe geprüft

Warum gerade diese Prüfung so wichtig ist, zeigt Dworski in ihren Workshops. Vor allem komplexe Texte, die Vorwissen beim Leser voraussetzen, lassen sich nie eins zu eins in Leichte Sprache übertragen. Das kann jeder nachvollziehen, der sich zum Beispiel einen beliebigen Text zu einem historischen Thema vornmimmt. Begriffe müssen erklärt, Zusammenhänge hergestellt werden. Erklärungen aber blähen Texte auf; damit sie dennoch überschaubar bleiben, müssen die Übersetzer umstellen, auswählen und kürzen.

Die große Kunst besteht darin, die Inhalte bei der Übersetzung weder zu verfälschen noch zu zensieren. Um das richtige Sprachniveau zu treffen, sind Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung gefragt. Und das Feedback derjenigen, für die der Text geschrieben wird.

Wo wird Leichte Sprache eingesetzt?

Für Websites von Behörden und Verwaltungen ist Leichte Sprache nach der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) seit einigen Jahren verbindlich. Doch auch Museen, Vereine oder Bildungseinrichtungen bieten ihren Nutzern zunehmend Informationen in Leichter Sprache an, zum Beispiel auf Websites, in Katalogen, Broschüren, Flyern, Ausstellungen oder Audioguides.

Die Forschung darüber, wie Leichte Sprache wirkt und ob sie von den Zielgruppen angenommen wird, steht noch ganz am Anfang. Museen und Ausstellungsmacher beobachten aber, dass Texte in Leichter Sprache auch von Besuchern ohne Schreib- oder Leseschwäche gerne angenommen werden.

Wer mehr über das Thema wissen möchte, findet viele praktische Tipps für Leichte Sprache auf der Website des Vereins Netzwerk Leichte Sprache. In diesem Netzwerk arbeiten seit 2006 Übersetzer und Übersetzerinnen, Prüfer und Prüferinnen zusammen.

Die wichtigsten Regeln für Leichte Sprache auf einen Blick:

  • Kurze Sätze, möglichst ein Satz pro Zeile
  • Keine Verschachtelungen
  • Geläufige, kurze Wörter verwenden
  • Keine Sprachbilder oder Redewendung
  • Wiederholungen verwenden
  • Komposita mit Bindestrich trennen
  • Keine Abkürzungen
  • Sonderzeichen vermeiden
  • Einheitliche Zeit- und Datumsschreibweise
  • Serifenlose Schrift, mind. Arial 14 pt
  • Bilder, Symbole einsetzen

Alle Regeln für Leichte Sprache vom Netzwerk Leichte Sprache, PDF-Datei, ca. 1,2 MB

*Diese Bezeichnung wird von vielen Menschen als diskriminierend empfunden und deshalb vermieden.

 

Feinschliff: 5 bewährte Texter-Tools

Texter-ToolsWas das Schreiben angeht, bin ich puristisch. Gliederung auf dem Papier, Texte schreiben in Word. Bestimmt gibt es grandiose Texteditoren, aber sei es aus Gewohnheit oder aus mangelndem Leidensdruck – ich konnte mich nie an einen gewöhnen. Was ich dagegen häufig nutze, sind eine Handvoll Texter-Tools, die mir beim Feilen und Korrigieren helfen.

Wortschatz erweitern

Es gibt Tage, da verweigert mein innerer Thesaurus seine Dienste, meine Ausdrucksfähigkeit dümpelt im Alltagsmodus vor sich hin. Dann unternehme ich gerne einen Ausflug auf die Wortweide. Die Wortweide ist eine wunderbare Plattform, auf der sich seltene, vom Aussterben bedrohte, alltägliche und außergewöhnliche Wörter tummeln. Ein virtueller Spaziergang auf der animierten grünen Wiese wirkt bei mir wie eine Kreativitätsdusche.

Suche ich gezielter nach Synonymen oder alternativen Wortverbindungen, greife ich meistens auf den Wortschatz der Universität Leipzig zurück. Neben allgemeinen Angaben zur Grammatik zeigt mir die Online-Plattform auch häufige Nachbarn und verbreitete Verbindungen von Wörtern auf. Eine gute Inspirationsquelle für mehr Abwechslung im Wörterbauchladen.

Lesbarkeit verbessern

Ist der Text geschrieben und überarbeitet, hilft mir die Textanalyse des PresseAnzeigers, um zu prüfen, ob das Geschriebene für die Leser verständlich ist. Das Analysetool wurde zwar speziell für Presse- und Online-PR-Texte entwickelt, liefert aber auch bei anderen Textsorten gute Hinweise. Es markiert zum Beispiel Wortdopplungen, Füll- und Signalwörter und ermittelt den sogenannten Flesch-Wert. Der Flesch-Wert basiert auf einer mathematischen Formel und berechnet das Verhältnis von Silbenzahl und Satzlänge zur Anzahl der Wörter im gesamten Text. Heraus kommt der Lesbarkeitsindex, der auf einer Skala von 0 bis 100 angegeben wird – je höher der Wert, desto verständlicher der Text.

Suchmaschinen bedienen

Search Engine Optimization (SEO) – bei diesem Stichwort denke ich automatisch an den gesammelten SEO-Spam in meiner Mailbox. Zugegeben, ich habe eine Abneigung gegen den Google-zentrierten Optimierungswahn, aber im Schlepptau von Google und Co. gelangen nun mal viele „echte“ Leser auf meine Seite. Deshalb arbeite ich seit geraumer Zeit mit dem SEO-Plugin von Yoast für WordPress. Dieses Plugin analysiert zentrale SEO-Faktoren wie Keyword-Dichte, Titel- und Textlänge, Meta-Texte und Link-Beschreibungen und bewertet diese in Form von Ampelfarben. So sehe ich auf einen Blick, wie sich meine Texte optimieren lassen, um besser gefunden zu werden.

Richtig schreiben

Ich weiß, da bin ich konservativ, aber in Rechtschreibfragen gibt es für mich nichts Besseres als den Duden, der online sogar kostenlos Auskunft gibt. Auch den monatlichen Newsletter der Duden-Sprachberatung lese ich mit Vergnügen, weil der Redaktion das Kunststück gelingt, trockene Orthographie- und Grammatikthemen sympathisch und unterhaltsam aufzubereiten. Ältere Ausgaben des Newsletterns lassen sich auch ohne Registrierung auf der Website durchstöbern. Meine tägliche Portion Rechtschreibung hole ich mir bei @korrekturen via Twitter ab.

Texte, die wirklich zu 100 Prozent fehlerfrei sein sollen, lasse ich lieber von einem Profi gegenlesen, denn – wie viele Autoren – bin ich bemerkenswert blind gegenüber meinen eigenen Schreibfehlern. Und welche Werkzeuge oder Plattformen nutzen Sie?

 

Neues Blog: Kleine Fluchten Berlin

Screenshot Kleine Fluchten BerlinMenschen träumen ja bekanntlich meist von Dingen, die gerade nicht zu haben sind. Städter sehnen sich aufs Land und Webworker nach internetfreier Zeit. Für mich gilt beides. Deshalb flüchte ich so oft wie möglich aus meinem Berliner Büro ins Grüne – und wenn es nur für ein paar Stunden ist.

Grüne Auszeiten unter freiem Himmel

Aus meiner Leidenschaft habe ich ein neues digitales Lieblingsprojekt gemacht: Kleine Fluchten Berlin ist mein Passion-Blog über kleine Fluchten in grüne Oasen, über Ausflüge in die Stadtnatur, Outdoor-Kurztrips und kulinarische Genüsse unter freiem Himmel. In Berlin und um Berlin herum. Lesende Fluchtbegleiter sind willkommen.

www.kleine-fluchten-berlin.de

 

Wider das Kaugummi-Syndrom: Blogartikel schneller schreiben

Sanduhr auf TastaturDie Website steht, das Blog ist eingerichtet und fünf, sechs Monate lang erscheinen regelmäßig neue Artikel. Dann werden die Abstände zwischen den Beiträgen immer länger und länger und länger… Warum leiden so viele Business-Blogs unter dem Kaugummi-Syndrom?

Häufig liegt es daran, dass der Schreibprozess einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Gerade kleinere Organisationen oder Freiberufler müssen mit ihren Kapazitäten haushalten. Sobald der Laden brummt, bleibt das Schreiben auf der Strecke.

Sicher, bloggen ist zeitaufwendig, mindestens ein bis zwei Stunden pro Blogpost sollten Sie einplanen. Wenn Sie erheblich länger brauchen, habe ich drei Tipps für Sie, wie Sie Ihren Schreibprozess straffen können.

Themenspeicher anlegen

Eines der größten Zeitmonster ist die Themenfindung. Bei der Recherche nach neuen Artikelideen verliere ich mich liebend gern im Netz. Ruckzuck sind zwei Stunden vergangen, in denen ich zwar angeregt geschmökert habe, aber keinen Deut mit der Planung eines neuen Artikels vorangekommen bin. Also bin ich dazu übergegangen, mir einen Themenspeicher anzulegen.

Ob Sie dafür einen Schmierzettel, eine Excel-Tabelle oder ein digitales Notizbuch wie Evernote verwenden, ist unerheblich. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Speicher jederzeit parat haben. Sobald mir ein interessantes Thema unterkommt – zum Beispiel im Kundengespräch, bei einer Konferenz oder beim Stöbern im Feedreader – notiere ich mir ein paar Stichworte, einen Link oder ein Zitat.

Alle drei Monate nehme ich mir meinen Speicher für eine halbe Stunde vor, miste aus, sortiere und überlege, wann ich welches Thema angehen könnte. Der erste grobe Themenplan steht. Darauf kann ich jederzeit zurückgreifen, wenn nicht gerade ein aktuelles Thema auf den Tisch kommt.

Wenn Sie verschiedene Blogs betreiben oder ein Blog mit mehreren Autoren betreuen, lohnt es sich, einen detaillierten Redaktionsplan zu erstellen. Eine gute Vorlage finden Sie zum Beispiel im Blog Marketing-Wissen von Rita Löschke.

Schreibzeit fest einplanen

Die zweite Herausforderung besteht darin, das Schreiben zur Routine werden zu lassen. Betrachten Sie die Blogpflege als Teil Ihrer Unternehmensführung und dazu gehört, dass Sie Zeit fest dafür einplanen. Ihre Buchhaltung schieben Sie ja auch nicht auf die lange Bank.

Fürs Bloggen habe ich mir regelmäßige Termine im Kalender eingerichtet, die ich nur in Ausnahmefällen verschiebe. Mit einem begrenzten Zeitbudget im Hinterkopf fällt es mir viel leichter, die Textarbeit nicht ausufern zu lassen.

Textstruktur skizzieren

Eine Technik, die mir hilft, meine selbstgesetzte Deadline einzuhalten, ist das Formulieren entlang eines inhaltlichen Gerüsts. Bevor ich mit dem Schreiben eines Textes beginne, notiere ich die wichtigsten Aspekte, die Kernthesen und das Fazit, ordne sie und strukturiere den Text so vor.

Danach formuliere ich die Punkte aus – möglichst in einem Rutsch und ohne zwischendurch an den Anfang des Textes zurückzuspringen. Erst dann lese ich mir den Text einmal durch und prüfe, ob inhaltlich alles stimmig ist.

Meist entstehen jetzt auch erst Überschrift und Zwischenüberschriften. Ist der Text komplett, kopiere ich ihn in den WordPress-Editor, optimiere ihn für Suchmaschinen, füge ein Bild ein und prüfe das Layout in der Vorschau. Sind genug Absätze und Überschriften vorhanden? Stimmt der Umbruch?

Wenn möglich, lasse ich den Artikel bis zur Endkorrektur ein paar Stunden oder auch über Nacht liegen. Alles in allem sollte Sie so für einen Artikel im Schnitt nicht mehr als zwei Stunden brauchen. Weitere gute Tipps gibt Martin Brendel in seinem Artikel „Wie schreibe ich einen guten Blog in 2 Stunden?“.