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Notizen Kategoriearchiv - Rezensionen

PR-Fachbuch: „Praxisleitfaden für zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit“

Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit„Bringen Sie mich in die Presse!“, mit solchen Aufträgen wird jeder PR-Berater hin und wieder beglückt. Angefragt werden sie oft von kleinen Unternehmen, Gründern oder Selbstständigen, die bisher kaum Berührung mit PR hatten. Sie wollen ihr Geschäft ankurbeln, möglichst ohne viel Zeit und Geld zu investieren. Warum ihnen ihre Kunden wenig Aufmerksamkeit schenken, wissen sie nicht genau. Aber was der Konkurrenz Erfolg beschert, kann für das eigene Unternehmen nicht falsch sein. Was PR ist und wie sie funktioniert, davon haben sie meist nur eine vage Vorstellung.

Leicht verständlicher Ratgeber

Hier setzt der „Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ an. Mit der schmalen Broschüre, erschienen im DIHK-Verlag, ist es der Autorin Nadja Bungard gelungen, die oft abstrakte PR-Sprache durch Beispiele aus dem Unternehmensalltag mit Leben zu füllen und damit Einsteigern einen leicht verständlichen Wegweiser an die Hand zu geben.

Auf gut 100 Seiten vermittelt die Autorin die Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – von der Planung bis zur Umsetzung. Warum sollten sich Unternehmen mit ihren Stärken und Schwächen beschäftigen, bevor sie Maßnahmen entwickeln? Wieso ist es wichtig, über Ziele, Zielgruppen und Botschaften nachzudenken? Und warum kann der Stand auf dem Nachbarschaftsfest vielleicht mehr Kunden erreichen als die Notiz im Lokalblatt? Antworten auf diese Fragen gibt die Autorin in Form von fiktiven Praxisfällen.

Schwerpunkt Online Relations

In dem kompakten Ratgeber kommen alle wichtigen Aktionsfelder und Instrumente von Öffentlichkeitsarbeit zur Sprache, von der klassischen Pressearbeit über Messe-PR bis zur Krisenkommunikation. Wer tiefer einsteigen will, findet weiterführende Link- und Literaturtipps im Anhang. Einen Schwerpunkt hat die Autorin auf das Thema Online-Kommunikation gelegt; das umfangreichste Kapitel der Broschüre widmet sich der Öffentlichkeitsarbeit im Netz, per E-Mail oder Social Media.

Besonders hilfreich für Einsteiger sind die umfangreichen Checklisten. Ergänzend nennt die Autorin viele nützliche Anlaufstellen im Web: Wissensquellen, Recherchemöglichkeiten, Online-Tools und spezialisierte Dienstleister. Abgerundet wird der Leitfaden durch Experteninterviews.

Fazit: Ein „Praxisleitfaden“, der seinen Namen verdient: leicht verständlich, anschaulich und randvoll mit umsetzbaren Tipps für eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit. Wer die Broschüre gelesen hat, wird künftig genauer wissen, wie ihn ein Kommunikationsberater am besten unterstützen kann.

Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Von Nadja Bungard, DIHK-Verlag, Berlin 2013, 104 Seiten, 16.50 Euro, ISBN 978-3-943043-41-9

 

Fachwissen auf die Ohren: Neuer Podcast über Social Media

MikrofonLeser des Letternleuchten-Blogs wissen, dass ich Podcast-Fan bin.  Auf dem Fahrrad, in der S-Bahn, auf dem Weg zwischen zwei Kundenterminen, meist vertreibe ich mir die Zeit mit den Stöpseln meines MP3-Players in den Ohren. Wenn ich dabei noch etwas lernen kann, umso besser. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich ein neues Angebot entdecke – wie vor ein paar Tagen das Podcast-Debüt des Bundesverbands Community Management (BVCM).

Der Social Media Podcast

Beim Social Media Podcast dreht sich, wie der Name sagt, alles um Social Media und Community Management. Florian Stöhr, Sascha Pfeiffer und Paul Baumann – alle drei aktive Social-Media- und Community-Manager – haben sich vorgenommen, die Diskussionen und Neuigkeiten rund um digitale Kommunikation und Social Media aufzugreifen und zu besprechen. Subjektiv, meinungsstark und ohne Anspruch auf Tagesaktualität. Je nach Thema sollen in späteren Folgen auch Gäste zu Wort kommen. Das klingt nach spannenden Innenansichten.

In der ersten Episode geht es hauptsächlich um Facebook: Diskutiert wird zum Beispiel über den verunglückte Stern-TV-Beitrag zum angeblichen Datenklau durch Facebook-Apps, über die gerade eingeführte Facebook-Suche (Graph Search), die neuen Richtlinien für Bilder und Anzeigen oder das kommende Facebook-Camp. Zwar streifen die drei Macher auch Instagram und das gerade wiederbelebte MySpace, für meinen Geschmack dürfte das Themenspektrum aber ruhig noch etwas breiter werden.

Debüt mit Entwicklungspotenzial

Rund eine Stunde geben sich die Podcast-Newcomer Zeit – eine angenehme Länge für ein solches Gesprächsformat und eine gute Gelegenheit, die schnelllebige Social-Media-Welt tiefergehend zu beleuchten. So ganz überzeugend gelingt das in der ersten Folge zwar noch nicht, leider driftet das Gespräch zeitweise ab und plätschert zwischen Small- und Insidertalk dahin, aber mit einer etwas beherzteren Moderation könnte sich das Experiment zu einem richtig interessanten Fach-Podcast entwickeln.

Unbedingt nachgebessert werden sollte bei der Tontechnik. Es muss beim Podcasten ja nicht Tonstudio-Qualität sein, aber hier scheppert und hallt es doch gewaltig. Schade finde ich auch, dass keine weibliche Stimme zu hören ist – es sollte doch auch im BVCM eine Menge Frauen geben, die einiges zu dem Thema zu sagen haben. 😉

Fazit: Ein thematisch vielversprechender Podcast mit Entwicklungsspielraum – ist abonniert!

 

PR-Fachbuch-Check: „Vorsprung mit Konzept“

Buchcover

In Zeiten von Social Media ist manches PR-Fachbuch schon überholt, bevor überhaupt die erste Rezension erscheint. Plattformen, Netzwerke und Tools sind im Wandel, wichtige PR-Debatten werden online geführt. Und trotzdem gibt es sie, die Perlen im Bücherregal.

Eins dieser Bücher, dass ich regelmäßig in die Hand nehme, ist der Titel „Vorsprung mit Konzept“ von Klaus Schmidbauer. Ein schmaler Band, der es in sich hat: 180 Seiten geballtes Praxiswissen. Immer wenn ich es mit strategischen Fragen zu tun habe, liegt das Buch auf meinem Schreibtisch.

Prädikat praxistauglich

Was mir daran besonders gut gefällt, ist der übersichtliche und praxisorientierte Aufbau. Egal an welcher Stelle meiner Konzeptarbeit es gerade hakt, bei Klaus Schmidbauer finde ich sofort den Einstieg ins passende Kapitel.

Der Berliner Konzeptioner arbeitet mit einem gängigen 4-Phasen-Modell: Analyse, Strategie, Kreation und Operation. Diese Phasen werden am Beispiel des „Nano-Falls“ ausführlich erläutert, so dass sich die abstrakten Konzeptionsschritte problemlos in die Praxis übersetzen lassen. Behandelt wird der gesamte Prozess, vom ersten Briefing bis zur schriftlichen Ausarbeitung. Am Ende jedes Kapitels fasst der Autor seine Kerngedanken noch einmal in Stichpunkten zusammen.

In diesem Buch stecken 25 Jahre Konzeptionserfahrung – und die gibt der Autor leicht verständlich an seine Leser weiter. Wer den Buchdeckel aufklappt, kann Schmidbauer über die Schulter schauen und dabei viele nützliche Arbeitstechniken kennen lernen. In seinem Blog und auf seiner Website veröffentlicht der Autor außerdem regelmäßig Materialien, Checklisten, Tipps und Beispielfälle.

Stilistisch schafft es Schmidbauer, die spröde Thematik überraschend locker und unterhaltsam zu vermitteln. Das Handbuch liest sich auch deshalb so lebendig, weil der Autor durchgehend aus der Ich-Perspektive schreibt und Anekdoten aus dem Konzeptioneralltag einfließen lässt.

Know-how für Einsteiger und Fortgeschrittene

Abzüge gibt es allenfalls in der B-Note: Ich hätte dem Buch ein ansprechenderes Layout gewünscht. Auf vielen Doppelseiten herrscht Bleiwüste und selbst die Grafiken wirken äußerst schlicht. Mehr Zwischenüberschriften, Kästen und Illustrationen hätten der Gestaltung gut getan.

Abgesehen davon (ent)hält das Buch, was es verspricht: 100% Praxis. Mühe und Kreativität muss man trotzdem in die strategische Arbeit stecken, für gute Konzepte gibt‘s bekanntlich keine Backrezepte. Aber „Vorsprung mit Konzept“ erleichtert den Einstieg in die Konzeptionsarbeit enorm und spornt auch Fortgeschrittene zum Besserwerden an.

Vorsprung mit Konzept. Erfolgreiche Konzepte für die Unternehmens- und Marketingkommunikation entwickeln. Von Klaus Schmidbauer, Talpa-Verlag, Berlin 2011, 178 Seiten, 24.80 Euro, ISBN 978-3-933689-08-5

Frisch gelesen: „Prinzip kostenlos“ – Wissen verschenken, um Kunden zu gewinnen

Buchcover

Haben Sie schon mal eine neue Käsesorte gekauft, weil Sie vorher kosten durften? Wahrscheinlich. Gratisproben als Kaufanreiz, das kennt jeder. Aber funktioniert das „Prinzip kostenlos“ auch bei Dienstleistungen? Es funktioniert! Dafür gibt die Autorin und Kommunikationsexpertin Kerstin Hoffmann selbst ein gutes Beispiel: Mit ihrem Blog PR-Doktor zeigt sie, wie sich großzügig geteiltes Fachwissen in Bekanntheit und Reputation auszahlen kann.

In ihrem Ratgeber stellt Hoffmann nun ihre „Wissensstrategie“ vor und ermuntert vor allem Berater, Trainer oder Speaker, hochwertiges Wissen zu verschenken, um neue Kunden zu gewinnen. Online, aber auch über klassische Netzwerke in der analogen Welt.

Ihre These: Wissen ist nicht einzigartig – Können schon. Wer sein Fachwissen in dosierten Maßen verschenkt, erhöht die Nachfrage für das eigentliche Produkt. Kronzeugen für den Erfolg dieser Strategie sind prominente Wissens-Teiler wie der Philosoph und Mathematiker Gunter Dueck, der PR-Blogger Klaus Eck oder die Publizistin Kathrin Passig, die in eingestreuten Interviews über ihre Erfahrungen berichten.

Wie werde ich ein erfolgreicher Wissens-Teiler?

In sieben gut strukturierten Kapiteln führt Hoffmann ihre Leser Schritt für Schritt zum Aufbau einer erfolgreichen Existenz als Wissens-Teiler. Wie kann ich mich als Experte positionieren? Über welche Kanäle erreiche ich meine Zielgruppen am besten? Wie baue ich meine Wissenszentrale im Web auf?

Einsteiger bekommen einen kompakten Überblick über die wichtigsten Plattformen, Tools und Regeln im Social Web. Wer sich schon länger in sozialen Netzwerken bewegt, wird in dieser Hinsicht nicht allzu viel Neues erfahren. Das ist auch gar nicht beabsichtigt. Weiterführende Literatur- und Linktipps gibt die Autorin im Anhang und auf der begleitenden Webseite.

Der schwierige Schritt von kostenlos zu kostenpflichtig

„Prinzip kostenlos“ liefert kein Patentrezept, aber viel Anregung. Zum Beispiel darüber nachzudenken, wo die Grenze zwischen Selbst-Kannibalismus und geschicktem Eigenmarketing verläuft: Welche Inhalte verschenke ich? Und ab wann kostet meine Leistung Geld?

Das Ganze vermittelt die Autorin in einem sympathisch unkomplizierten, bodenständigen Stil, der ohne Marketing-Geschwurbel und Social-Media-Tam-Tam auskommt. Stattdessen bietet sie persönliches Erfahrungswissen, Checklisten und Fragenkataloge, die dabei helfen, eine eigene Strategie zu entwickeln oder weiter auszubauen.

Schnelle Erfolge verspricht Kerstin Hoffmann nicht. Denn sich einen guten Namen im Netz zu machen, braucht nicht nur Zeit, sondern auch gute Inhalte – Mogelpackungen verschenken gilt nicht.

Prinzip kostenlos. Wissen verschenken – Aufmerksamkeit steigern – Kunden gewinnen. Von Kerstin Hoffmann, Wiley-VCH Verlag 2012, 248 Seiten, 24,90 Euro, ISBN-10: 3527506713

App-Tipp: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus

Startbildschirm der App ErinnerungsorteLokale Gedenkorte, kleine Museen und zivilgesellschaftliche Initiativen haben es oft schwer, ein breites Publikum auf sich aufmerksam zu machen. In der Online-DatenbankErinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mehr als 250 zum Teil wenig bekannte Einrichtungen verzeichnet. Eine kostenlose iPhone-App erlaubt jetzt den mobilen Zugriff auf die Datenbank.

Die gut strukturierte App stellt Orte, Einrichtungen und Angebote in ganz Deutschland vor, die an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern. Aufgenommen wurden nicht nur klassische Gedenkstätten, sondern zum Beispiel auch Mahnmale oder Online-Projekte.

Über die Suchfunktion der App kann der gesamte Datenbestand nach Typen, Name, Standort, Bundesland oder Postleitzahl durchforstet werden. Außerdem können sich die Nutzer Erinnerungsorte in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Ausgewählte Orte sind zusätzlich über eine Bildergalerie zugänglich.

Übersichtliche und informative Ortsseiten

Alle Einrichtungen werden mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung präsentiert. Länger Texte lassen sich per Knopfdruck erweitern und reduzieren,  endloses Scrollen entfällt und die Ortsseiten bleiben angenehm übersichtlich. Einziger Kritikpunkt: In den Fließtexten verzichten die Herausgeber auf Absätze und Zwischenüberschriften, was das Lesen auf dem kleinen Smartphone-Display unnötig erschwert.

Darüber hinaus liefern die Ortsseiten alles Wesentliche auf einen Blick: Hinweise auf pädagogische Angebote, Öffnungszeiten und Ansprechpartner sowie Telefonnummern, E-Mail- und Web-Adressen. Zwar nicht über die Anschrift, aber über einen Button im Kopf der Seite können sich die Nutzer außerdem die geografische Lage der Einrichtung auf einer Google-Karte anzeigen lassen – eine nützliche Navigationshilfe für die Anreise.

Insgesamt ist die neue App der bpb ein gelungenes Angebot, das vor allem für Akteure aus der politischen Bildungsarbeit, aber auch für historisch Interessierte Anregung zum Stöbern und Entdecken bietet.

Wer einen Erinnerungsort vorschlagen oder Angaben aktualisieren möchte, kann das ganz einfach per E-Mail tun. Wie das Verfahren funktioniert, lesen Sie hier. Der Eintrag in die Datenbank, die kontinuierlich ausgebaut werden soll, ist übrigens kostenfrei. In Kürze soll es das mobile Angebot auch für Android-Handys geben.

10. Juli 2012 | Kategorien: Best Practice, Mobile, Rezensionen | Kommentare deaktiviert für App-Tipp: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus