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App-Tipp: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus

Startbildschirm der App Erinnerungsorte

Lokale Gedenkorte, kleine Museen und zivilgesellschaftliche Initiativen haben es oft schwer, ein breites Publikum auf sich aufmerksam zu machen. In der Online-DatenbankErinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mehr als 250 zum Teil wenig bekannte Einrichtungen verzeichnet. Eine kostenlose iPhone-App erlaubt jetzt den mobilen Zugriff auf die Datenbank.

Die gut strukturierte App stellt Orte, Einrichtungen und Angebote in ganz Deutschland vor, die an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern. Aufgenommen wurden nicht nur klassische Gedenkstätten, sondern zum Beispiel auch Mahnmale oder Online-Projekte.

Über die Suchfunktion der App kann der gesamte Datenbestand nach Typen, Name, Standort, Bundesland oder Postleitzahl durchforstet werden. Außerdem können sich die Nutzer Erinnerungsorte in ihrer Umgebung anzeigen lassen. Ausgewählte Orte sind zusätzlich über eine Bildergalerie zugänglich.

Übersichtliche und informative Ortsseiten

Alle Einrichtungen werden mit einem Foto und einer kurzen Beschreibung präsentiert. Länger Texte lassen sich per Knopfdruck erweitern und reduzieren,  endloses Scrollen entfällt und die Ortsseiten bleiben angenehm übersichtlich. Einziger Kritikpunkt: In den Fließtexten verzichten die Herausgeber auf Absätze und Zwischenüberschriften, was das Lesen auf dem kleinen Smartphone-Display unnötig erschwert.

Darüber hinaus liefern die Ortsseiten alles Wesentliche auf einen Blick: Hinweise auf pädagogische Angebote, Öffnungszeiten und Ansprechpartner sowie Telefonnummern, E-Mail- und Web-Adressen. Zwar nicht über die Anschrift, aber über einen Button im Kopf der Seite können sich die Nutzer außerdem die geografische Lage der Einrichtung auf einer Google-Karte anzeigen lassen – eine nützliche Navigationshilfe für die Anreise.

Insgesamt ist die neue App der bpb ein gelungenes Angebot, das vor allem für Akteure aus der politischen Bildungsarbeit, aber auch für historisch Interessierte Anregung zum Stöbern und Entdecken bietet.

Wer einen Erinnerungsort vorschlagen oder Angaben aktualisieren möchte, kann das ganz einfach per E-Mail tun. Wie das Verfahren funktioniert, lesen Sie hier. Der Eintrag in die Datenbank, die kontinuierlich ausgebaut werden soll, ist übrigens kostenfrei. In Kürze soll es das mobile Angebot auch für Android-Handys geben.

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